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Geschichte
Edition 2007
7. - 30. Sept. 2007

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Geschichte

Die Bieler Fototage feiern ihr zehnjähriges Bestehen
Kurze Geschichte der Bieler Fototage

Seit 1997 steht der Monat September in Biel unter dem Zeichen der Fotografie. Jedes Jahr findet ein grosses Bilderfest statt, das immer gut besucht wird und von Jahr zu Jahr an Popularität gewonnen hat.

1997 Bieler Fototage
Die ersten Bieler Fototage gehen zurück auf die Initiative von zwei Bieler Organisationen, die sich der Fotografie verschrieben haben: Fous d’images (gegründet im selben Jahr wie die Fototage, also 1997) und das Photoforum PasquArt (gegründet 1984). Man zählt 10 Ausstellungen, und schon damals waren die Fototage international ausgerichtet. Gezeigt wird u.a. die Kollektivausstellung «Mémoires du Vietnam» («Erinnerungen an Vietnam»). Die Ausstellungsorte befinden sich in der Bieler Altstadt und im PhotoforumPasquArt. Das Festival wird begleitet von einem Foto-Flohmarkt, einer Versteigerung von Bildern und von Fotokursen für Kinder. Das Festival, so die Überzeugung der Verantwortlichen, soll «eine Begegnung mit unterschiedlichen Facetten der Fotografie» ermöglichen. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus der Region, aber auch zahlreiche «externe» Interessierte besuchen die Ausstellungen. Die Bieler Presse – und die zahlreichen Besucherinnen und Besucher – geben angesichts des Erfolgs der Hoffnung Ausdruck, aus Biel könne künftig eine «Hauptstadt der Fotografie» werden.

1998 «Süden und Migration»
1998 stellen die Organisatoren erneut die Reportagefotografie ins Zentrum. Gezeigt werden Bilder aus den Mittelmeerländern, aber auch aus Kuba, dem Iran, von den Romani-Zigeunern in Rumänien und von Anabaptisten. Die Altstadt wird von der Fotografie erobert, zahlreiche ungenutzte Örtlichkeiten werden in Ausstellungsräume umgewandelt. Wieder sind die Fototage international ausgerichtet. Und wieder gibt es «Begleitmusik»: Konferenzen und Projektions-Installationen umrahmen das Festival; es gibt ein Festival-Bistro. Die Anzahl der Ausstellungen wird gleich verdoppelt, es sind ihrer 20 an der Zahl, darunter eine Kollektivausstellung des französischen Kulturmagazins «Les Inrockuptibles».

1999 «Wenn die Bilder stehen bleiben…»
Im Zentrum der dritten Ausgabe der Bieler Fototage steht diesmal das Medium Fotografie. Es wird den Beziehungen zwischen Foto und Film/Kino und der Technik/Form der beiden verwandten Bildsprachen oder Kunstformen nachgegangen. Das Festival findet seine endgültige Passform: Ein zentrales Ausstellungs-Thema wird umrahmt von «coups de cœur» (Ausstellungen oder Künstlerinnen/Künstler, die den Veranstaltern am Herzen liegen/die ihnen aufgefallen sind), von einer «carte blanche» (eine Ausstellung, mit der man gleichsam die Katze im Sack kauft) und Begleitveranstaltungen wie Konferenzen oder Diskussionen. Das bedeutet gegen 20 Ausstellungen mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern an ca. 15 über die Altstadt verteilten Ausstellungsorten. Mit einer grossen Ausstellung wird Stanley Kubrick, der seine Karriere als Fotograf begann, die Ehre erwiesen. Angesichts der grossen Anzahl von Besucherinnen und Besuchern geben die Veranstalter ihre Absicht kund, aus Biel eine Zentrum des Bildes zu machen.

2000 «objektiv subjektiv»
Ab 2000 beteiligen sich die drei Bieler Museen Schwab, Neuhaus und PhotoforumPasquArt an den Ausstellungen und stellen damit den Fototagen eine professionelle Struktur zur Verfügung. Die Bieler Fototage selbst bleiben, was sie immer waren: eine unabhängige Organisation. Das zentrale Thema sind diesmal Sichtweisen und Sichtwinkel. Im wahrsten Sinne des Wortes beleuchtet werden die Beziehungen zwischen Fotografie, Realität und künstlerischer Veränderungskraft.

2001 «Landschaft(en) / die Natur der Dinge»
Die fünfte Ausgabe der Bieler Fototage findet unter dem Gesichtspunkt der Öffnung statt. Im Rahmen des gesamteuropäischen Projekts «Cosa mentale / paysage(s)» widmen sich die Ausstellungen dem Thema Landschaft in der zeitgenössischen Kunst. Die Bieler Fototage werden eingeladen, eine Ausstellung in Paris zu gestalten und zeigen im Gegenzug zwei Kollektivausstellungen von zwei renommierten externen Kuratoren. Aus Anlass des fünfjährigen Bestehens erscheint ein Katalog. Die Bieler Fototage erhalten von der Stadt Biel eine Ehrung für kulturelle Verdienste.

2002 «Macht und Freiheit»
Die sechste Ausgabe der Bieler Fototage sucht Synergien mit der gleichzeitig stattfindenden Expo.02. Ab dem 15. Mai ist auf der Arteplage Neuenburg die von den Bieler Fototagen gestaltete Ausstellung «Copy & Paste» zu sehen. Ab 31. Mai wird im Centre PasquArt die vom Photoforum PasquArt konzipierte Ausstellung «A la carte» gezeigt. Für die Ausstellung lieferten sämtliche Foto-Institutionen der Schweiz einen Beitrag nach freier Wahl. Im Morgengrauen des 20. Juli fand auf der Arteplage Neuenburg eine Performance mit dem Fotografen Spencer Tunick statt. Organisiert wurde die Performance von den Bieler Fototagen sowie den Arteplages Neuenburg und Jura. Am 6. September öffnet das Festival seine Türen auch in Biel. Thematisch folgen die Ausstellungen dem übergeord 778538neten Thema «Macht und Freiheit».

2003 «Auf den Spuren der Zeit»
2003 wird zum Übergangsjahr. Barbara Zürcher tritt ihren Posten als neue Direktorin der Bieler Fototage an. Die Bieler Fototage schliessen sich dem Ausstellungszyklus «musées.03 Spuren-Traces» an, die von den drei Bieler Museen konzipiert wurde. Zentrales Thema sind Bilder zur Vergänglichkeit, zur Bewegung und zur Mode. Ebenfalls gezeigt wird eine Auswahl von Fotografien aus der Bildersammlung der Stadt Biel. Das Filmpodium zeigt ab 2003 im Ausstellungsmonat jeweils Filme, die sich thematisch an den Bieler Fototagen orientieren.

2004 «De la vie à la mort – de la mort à la vie»
Für die achte Ausgabe integrieren die Bieler Fototage ein weiteres Stadtquartier in den Ausstellungsrayon: Auch das Bahnhofsviertel steht nun für die Dauer des Festivals im Zeichen der Fotografie. Zentrales Ausstellungsthema sind Langzeitreportagen. Dem bekannten Reportagefotografen Werner Bischof wird aus Anlass seines 5. Todestags eine Hommage ausgerichtet. Die Fototage bauen die Kooperation mit verwandten Organisationen aus und zeigen die Wanderausstellung «Il lungo addio» zur italienischen Einwanderung in der Schweiz. Die Bieler Bevölkerung wird eingeladen, an der Ausstellung «Heiraten in Biel» teilzunehmen. Erstmals wird ein Ausstellungskatalog gedruckt. Die Berliner Verleger «etc.» übernehmen auch in den Folgejahren die Gestaltung und den Druck des nun alljährlich erscheinenden Ausstellungskatalogs. Dank der Zusammenarbeit mit diesem Verleger und der Initiative der Schweizer Botschaft in Berlin werden die diesjährigen Ausstellungen der Bieler Fototage im Folgejahr 2005 in etwas reduzierter Form auch in Berlin gezeigt. Die Fototage verstehen sich künftig als Plattform für das Bekanntmachen und die Diffusion der Schweizer Fotografie.

2005 «on the road… again»
Die Ausgabe 2005 ist dem Thema Mobilität gewidmet. Zahlreiche Projekte «unter freiem Himmel» laden Besucherinnen und Besucher zu Entdeckungsspaziergängen ein. Unter anderem wird entlang der Schüss auch eine visuelle Promenade eingerichtet. Die Zusammenarbeit mit Bieler Institutionen wird weitergeführt: Gezeigt wird die Ausstellung «Das Gesicht bewahren – « Conservez ce visage!», in der Bilder aus ehemaligen Fotoateliers oder -geschäften gezeigt werden. Eine Strasse in Biel wird (wieder) auf den Namen «Fotografengässchen» (um)getauft. Es werden weitere externe Partnerschaften in der Schweiz und im Ausland eingegangen: Die Ausstellung wird in reduzierter Form im Haus für Kunst Uri in Altdorf, am Fotofestival in Maputo (Moçambique) und, Zukunftsmusik, 2007 in am Photo Market Workshop in Johannesburg (Südafrika) gezeigt.

2006 « Die Rückkehr der Physiognomie/Retour sur la physionomie »
Die Bieler Fototage feiern das Jubiläumsjahr zum zehnjährigen Bestehen indem sie den Menschen ins Zentrum ihres Themas stellen. Zu dieser Gelegenheit präsentiert die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia und das CentrePasquArt die Ausstellung PHOTOsuisse. Insgesamt 57 FotografInnen werden in Biel an 13 verschiedenen Orten gezeigt. Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts welches 2006 initiiert wurde, nehmen auch zwei renommierte Fotoschaffende aus Afrika an dieser zehnten Ausgabe teil: Nontsikelelo ,Lolo’ Veleko und Sérgio Santimano. Auch wird dem altbekannten Fotoautomaten eine Hommage gezollt; so kann der Besucher seine eigene Physiognomie zu den Ausgestellten hinzufügen. Ein Programm mit verschiedenen Veranstaltungen und Vorführungen begleitet die Ausstellungen, darunter ein grosses Jubiläumsfest. Diese Ausgabe ist die letzte unter der Direktion von Barbara Zürcher.


Quellen:
- Bieler Jahrbuch/Annales Biennoises, 1997-2005
- « Bieler Fototage / Journées photographiques de Bienne, 1997-2001, ein fotografisches Abenteuer / une aventure photographique/», Bieler Fototage / Journées photographiques de Bienne, éditions Filigranes, 2001
- «C’est la vie », Bieler Fototage/Journées photographiques de Bienne, etc. publications, Berlin, 2004
- «on the road… again», Bieler Fototage/Journées photographiques de Bienne, etc. publications, Berlin, 2005
- « Die Rückkehr der Physiognomie/Retour sur la physionomie », Bieler Fototage/Journées photographiques de Bienne, etc. publications, Berlin, 2006



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